Tag 25

Hey people of the interwebs,

Keine Ahnung ob hier noch jemand ist; dieser Blog ist schon seit einer Weile etwas angestaubt. Macht aber nix, angeblich ist vintage ja wieder in.

Ich habe in den letzten Wochen ein paar Gedanken gesammelt. Ich habe sie nicht sortiert, ausformuliert oder in ein schickes Essay gebracht. Das hier wird eine Collage!

Meistens schaue ich beim Üben aus dem Fenster. Ich weiß nicht warum ich das tue. Ich mache es seit ich denken kann. Als Kind ganz unbewusst und oft abgelenkt, mittlerweile bewusst. Es hilft mir einen entfernten Punkt anzuspielen. Ich stelle mir vor, ich würde über die ganze Stadt hinweg spielen. Das macht meinen Klang groß und meine Musik freier. Manchmal beobachte ich aber auch einfach nur die Menschen, überlege was sie so machen, wohin sie gehen, worüber sie nachdenken. Das hilft mir nicht beim Üben. Ich tue es trotzdem.

Als ich heute aus dem Fenster sah, hatte ich für einen Moment ein ungutes Gefühl. Das war neu. Ich frage mich was es war. Normalerweise fühle ich mich wohl in meiner Rolle. Die ist als Musikstudentin nicht besonders groß. Ich bin schließlich noch ganz am Anfang. Aber ich habe das was ich tue dennoch immer als etwas Besonderes und Wichtiges empfunden.

Jetzt bin ich allerdings seit Wochen in meinem alten Kinderzimmer. Da draußen steht alles Still. Wie vor einem großen Sturm, nur tobt dieser schon. Stille ist eigentlich meine Leinwand, doch ich kann sie nicht richtig nutzen. Das frustriert mich. Unsere Kunst lebt vom Leben, von der Gegenwart, von dem Zusammenkommen von Menschen. Ich fühle mich ausgeschlossen, nutzlos. Wenn ich darüber nachdenke ist das nicht nötig, Musik kann heute auch ohne Bühne, ohne Konzertsaal wirken.

Dennoch, sollte ich nicht etwas lernen was jetzt als systemrelevant bezeichnet wird? Sollte ich statt der ewigen überei nicht lieber etwas unternehmen, akut helfen?

Vielleicht sind die Künste aber auch das Einzige was wirklich etwas bewirkt.

Ich übe weiter!

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