Sie nennen es das PeterPan Syndrom. Die Angst erwachsen zu werden. Den Drang für immer durch die Welt zuziehen ohne Verantwortung übernehmen zu müssen. Das Vertrauen an jeder Ecke anhalten zu können um sich umzusehen, um an blauen Blumen zu richen und den Wind zu spüren. Die Hoffnung, dass Liebe für immer heiß und intensiv, jede Nacht kurz und Händchen halten das aufregendste in einer Sommernacht sein darf.
Was bedeutet erwachsen sein eigentlich? Es ist dieses unglaublich abstrakte Konstrukt, der Idee, dass wir eines Tages aufwachen werden und es Sinn macht. Steuern, Wohnung, Lebensversicherung, Hauskauf und die Idee vom Kinderkriegen plötzlich ein Lebenstraum wird. Oder ist es einfach nur ein Begriff um zu beschreiben, dass wir hormonell nun doch fertig mit der Pubertät sind? Würde auch passen. Schließlich wird diese Welt doch kaum anfangen Sinn zu machen, nur weil man erwachsen ist.
20! Irgendwie hatte ich nie so richtig das Gefühl, ich wäre irgendwann mal kein Teenager. Die Welt macht sich manchmal darüber lustig, dass junge Menschen so Leben, als wären sie unsterblich. Ich glaube nicht das ich jemals das Gefühl hatte ich wäre unsterblich, dafür war der Tod immer zu nah dran, doch ich glaube wir haben keine Angst. Weil wir in einer Welt stecken, in der eine Nacht noch so intensiv wie ein ganzes Jahr sein kann. In der PeterPan noch ein Held und kein Narr ist.
Mit 20 ist man noch Jung. Ein Anfänger seiner 20er. Deswegen muss man auch noch nicht erwachsen sein. Trotzdem habe ich das Gefühl, es macht mich glaubwürdiger. Oder ich hoffe das einfach nur, weil ich es hasse wie ein Kind behandelt zu werden. Doch kein PeterPan – stimmt nicht – total PeterPan, der Trotz gegenüber einer unausweichbaren Wahrheit über die eigenen Limitierungen. Paradox isn´t it! 20! Gefangen im Paradox zwischen Nimmerland und was auch immer erwachsen ist.
Je mehr ich weiß, je mehr ich lerne und erlebe – desto mehr Fragen habe ich, desto bewusster werde ich mir, dass ich noch so viele Fragen habe – und jede Antwort bringt 100 neue Fragen. Dabei will ich doch nur herausfinden wer ich bin. Im Park sitzen, Bier trinken, Händchen halten, in Küchen übers Leben philosophieren, im Regen tanzen, Bücher auf der Straße finden und in ihnen Antworten auf ungestellte Fragen finden. Dazwischen vom Leben träumen, ohne Angst zu haben ich träume mehr als ich etwas für diese Träume tue.
Ich bin jetzt 20. Eindeutig kein Teenager mehr. Fuck; ich habs echt geschafft. Glaubt bloß nicht ich bin jetzt erwachsen. Das ist sowieso nur ein weiteres Konstrukt unserer patriarchalischen Gesellschaft und das unterstütze ich nicht – ich sag nur intersektionaler Feminismus.
See u in Nimmerland.
